Vor der Asien-Reise mit Bissgefahr
Impfen gegen den Tollwut Tod
STUTTGART – Bericht die Tollwut einmal aus, dann verläuft sie zu 100% tödlich. Touristen sollten Sie – je nach Reiseziel – eindringlich vor dieser Gefahr warnen.
Nach Schätzungen der WHO kommen weit über 50 000 Menschen pro Jahr durch Tollwut zu Tode. Deutschland selbst gilt seit Ende 2008 als tollwutfrei, doch in vielen Reiseländern in Afrika, Asien und Südamerika ist die Gefahr unvermindert oder gar steigend, wie Dr. Dr. Peter C. Döller von der Tropenklinik Tübingen beim Süddeutschen Kongress für aktuelle Medizin ausführte.
Auf Bali etwa starben seit dem ersten Ausbruch im November 2008 mindestens 130 Menschen an Tollwut. Die Zahl der Hundebisse auf der indonesischen Insel stieg von 24 000 im Jahr 2009 auf 36 000 bis Ende August 2010. Das hat zur Folge, dass der Impfstoff knapp wird – der Vorrat auf Bali war bereits in den ersten sechs Monaten des letzten Jahres aufgebraucht.
Grund genug für Touristen, sich vor einer geplanten Reise genau nach Tollwut-Verhältnissen im Zielland zu erkundigen, und sich ggf. impfen zu lassen. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit empfiehlt eine präexpositionelle Immunisierung (drei Dosen in den M. deltoideus an den Tagen 0, 7 und 21 bzw. 28), informiert das Robert Koch-Institut. Bei Exposition im Urlaubsland (z. B. Fledermaus-Biss oder -Kratzer) wird dann nur eine verkürzte postexpositionelle Impfung (Zweierschema, Tag 0 und 3) fällig. Wird ein Ungeimpfter im Urlaubsland von einem tollwutverdächtigen Tier gebissen, muss umgehend die komplette postexpositionelle Impfung eingeleitet werden. Die aktive Immunisierung an den Tagen 0, 3, 7, 14 und 28 sollte jedem – auch Schwangeren und Babys – gegeben werden. Jährlich erhalten mehr als 5 Mio. Menschen eine PEP, zumeist nach Hundebissen, dadurch wird allein in Afrika und Asien ca. 327 000 Menschen das Leben gerettet, heißt es im „Epidemiologischen Bulletin“
Gefälschte Impfstoffe in China aufgetaucht
In China warnt man inzwischen vor gefälschten Impfstoffen. In der Provinz Guangxi starb ein vierjähriger Junge trotz mehrere Impfungen nach einem Hundebiss an Tollwut. Skrupellose Kriminelle hatten gefälschten Tollwut-Impfstoff verkauft. Über 1260 Dosen der illegalen Vakzine entdeckten chinesische Fahnder bei ihren Ermittlungen in 13 öffentlichen Krankenstationen sowie in 20 Privatkliniken. China ist zusammen mit Indien eines der von Tollwut-Todesfällen am stärksten betroffenen Länder.
Quelle: Medical Tribune – 46. Jahrgang – Nr. 16 – 21. April 2011 |