Masernimpfung aktuell

Masern haben in Deutschland dieses Jahr massiv zugenommen. So wurden bei uns von Januar bis Oktober über 1500 Erkrankungen registriert und damit doppelt so viele wie 2010.

Frauen mit Kinderwunsch sollten unbedingt gegen Masern geimpft sein, betont die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) in einer Mitteilung. Eine Infektion in der Schwangerschaft kann zu Fehl- und Frühgeburten2 führen. Bei Schwangeren selbst ist die Impfung mit dem Lebendimpfstoff kontraindiziert.

 

Grippeschutz- auch auf Reisen zu empfehlen

In einigen Wochen beginnt die Grippesaison in Europa, während diese auf der südlichen Hemisphäre ihrem Ende entgegen geht. In tropischen Regionen hingegen muss das ganze Jahr über mit einer Übertragung von Grippeviren gerechnet werden.

Für Personen, die im nächsten Sommer eine Reise in die Tropen oder auf die Südhalbkugel planen und nicht gegen Grippe geimpft sind, kann auch eine Impfung in den ersten Monaten des kommenden Jahres mit dem aktuellen Impfstoff noch sinnvoll sein. Denn die von der WHO empfohlenen Antigen-Zusammensetzung der Grippevakzine 2012 für die südliche Hemisphäre ist dieselbe, wie die des aktuellen Impfstoffs für Menschen der nördlichen Hemisphäre.

Insbesondere bei Gruppenreisen haben Grippeviren leichtes Spiel. Deshalb ist hier der Impfschutz wichtig.

 

Vor der Asien-Reise mit Bissgefahr

Impfen gegen den Tollwut Tod

STUTTGART – Bericht die Tollwut einmal aus, dann verläuft sie zu 100% tödlich. Touristen sollten Sie – je nach Reiseziel – eindringlich vor dieser Gefahr warnen.

Nach Schätzungen der WHO kommen weit über 50 000 Menschen pro Jahr durch Tollwut zu Tode. Deutschland selbst gilt seit Ende 2008 als tollwutfrei, doch in vielen Reiseländern in Afrika, Asien und Südamerika ist die Gefahr unvermindert oder gar steigend, wie Dr. Dr. Peter C. Döller von der Tropenklinik Tübingen beim Süddeutschen Kongress für aktuelle Medizin ausführte.

Auf Bali etwa starben seit dem ersten Ausbruch im November 2008 mindestens 130 Menschen an Tollwut. Die Zahl der Hundebisse auf der indonesischen Insel stieg von 24 000 im Jahr 2009 auf 36 000 bis Ende August 2010. Das hat zur Folge, dass der Impfstoff knapp wird – der Vorrat auf Bali war bereits in den ersten sechs Monaten des letzten Jahres aufgebraucht.

Grund genug für Touristen, sich vor einer geplanten Reise genau nach Tollwut-Verhältnissen im Zielland zu erkundigen, und sich ggf. impfen zu lassen. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit empfiehlt eine präexpositionelle Immunisierung (drei Dosen in den M. deltoideus an den Tagen 0, 7 und 21 bzw. 28), informiert das Robert Koch-Institut. Bei Exposition im Urlaubsland (z. B. Fledermaus-Biss oder -Kratzer) wird dann nur eine verkürzte postexpositionelle Impfung (Zweierschema, Tag 0 und 3) fällig. Wird ein Ungeimpfter im Urlaubsland von einem tollwutverdächtigen Tier gebissen, muss umgehend die komplette postexpositionelle Impfung eingeleitet werden. Die aktive Immunisierung an den Tagen 0, 3, 7, 14 und 28 sollte jedem – auch Schwangeren und Babys – gegeben werden. Jährlich erhalten mehr als 5 Mio. Menschen eine PEP, zumeist nach Hundebissen, dadurch wird allein in Afrika und Asien ca. 327 000 Menschen das Leben gerettet, heißt es im „Epidemiologischen Bulletin“

Gefälschte Impfstoffe in China aufgetaucht

In China warnt man inzwischen vor gefälschten Impfstoffen. In der Provinz Guangxi starb ein vierjähriger Junge trotz mehrere Impfungen nach einem Hundebiss an Tollwut. Skrupellose Kriminelle hatten gefälschten Tollwut-Impfstoff verkauft. Über 1260 Dosen der illegalen Vakzine entdeckten chinesische Fahnder bei ihren Ermittlungen in 13 öffentlichen Krankenstationen sowie in 20 Privatkliniken. China ist zusammen mit Indien eines der von Tollwut-Todesfällen am stärksten betroffenen Länder.

Quelle: Medical Tribune – 46. Jahrgang – Nr. 16 – 21. April 2011

 

Impfschutz für Mekkapilger

Für die Pilgerfahrt nach Mekka werden im November zwei Millionen Menschen aus aller Welt erwartet. Ärzte müssen die Pilger dazu jetzt bei der gesundheitlichen Vorbereitung unterstützen. Ab einem Alter von zwei Jahren wird eine tetravalente Meningokokken-Impfung (gegen die Serotypen A, C, W 135 und Y) gefordert, die spätestens zehn Tage vor der Einreise nach Saudi-Arabien durchgeführt werden sollte und nicht länger als drei Jahre zurückliegen darf. In Deutschland stehen hierfür ein Polysaccharid-Impfstoff ( Mencevax® ACWY) und ein Konjugat-Impfstoff (Menveo®) zur Verfügung. Weiter empfiehlt das saudische Gesundheitsministerium allen Pilgern eine Impfung gegen saisonale Influenza. Für Reisende aus Endemieländern wird zudem ein Gelbfieber- und ein Polio-Impfzertifikat bei der Einreise gefordert.

 
PDF Drucken E-Mail

Malariazahlen steigen wieder

Berlin(hub). 2010 wurden in Deutschland 617 Malariaerkrankungen gemeldet - eine Zunahme um 17 Prozent gegenüber 2009. Von 2006 bis 2009 stagnierten die Malariazahlen. Der Anteil von Bürgern deutscher Herkunft unter den an Malaria tropica Erkrankungen lag bei 43 Prozent. Der Anteil von Geschäftsreisen hat sich um 14 Prozent verdoppelt (Epid Bull 2011; 41: 371). Das Robert Koch-Institut betont die Notwendigkeit einer adäquaten reisemedizinischen Beratung.

 
<< Start < Zurück 1 2 3 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 3